Wie die melodischen Phrasen einer musikalischen Komposition, die unterschiedliche thematische Strukturen gleichzeitig als gleichwertig nebeneinander geführte Themen oder als Begleitung einer Melodie im Hintergrund zum Erklingen bringt, so lassen sich diese Bilder durchaus als bildnerische Kompositionen transparent geschichteter Ebenen mit variierenden Zeichenmelodien beschreiben. Ihre Bewegungen treten in einer räumlichen Gleichzeitigkeit in Korrespondenz zueinander, verflüchtigen sich wie eine musikalische Phrase und ermöglichen der Betrachtung immer wieder neue visuelle Bezüge. Musik und Tanz begründen den Wirklichkeitsbezug der Gemälde der Helga von Jena als die der ästhetischen Rezeption zugrundeliegenden Erfahrung unseres Sehens im Raum.
Dr. Hans-Jürgen Buderer
Kunsthistoriker